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N5 - Tax Compliance bei Quellensteuern auf Dividenden

Antragsteller

Prof. Dr. Thiess Büttner / Dr. Carolin Holzmann
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Institut für Wirtschaftspolitik und Quantitative Wirtschaftsforschung Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Finanzwissenschaft

Projektstatus

aktuell

Zeitraum 

2016-2017

Förderstandort

Nürnberg

Projektbeschreibung

Das Forschungsprojekt leistet einen Beitrag zur Wirkung von Quellensteuern in einem integrierten Finanzmarkt. Bislang hat sich die Literatur auf die Wirkung der steuerlichen Eckwerte auf die Finanzmarktarbitrage konzentriert. Im Rahmen des Projektes wird das Abzugsverfah­rens der Quellensteuer auf Dividenden miteinbezogen und untersucht in welchem Umfang die Schwachstellen des Verfahrens im Rahmen der Finanzmarktarbitrage ausgenutzt werden.

Die Erhebung von Dividendensteuern erfolgt in OECD-Ländern häufig im Rahmen eines Abzugsverfahrens, d. h. der Investor erhält eine Ausschüttung in Höhe der Nettodividende und die Dividendensteuer wird direkt an der Quelle einbehalten. Während die Literatur Quellensteuern als probates Mittel betrachtet um Steuerhinterziehung zu verei­teln, werden mögliche fiskalische Risiken, die mit dieser Erhebungs­form einhergehen, bislang nicht diskutiert. Ein Charakteristikum des Abzugsverfahrens ist der Einbezug Dritter in die Steuerverwaltung. Nicht staatliche Stellen wie Finanzinstitute oder ausschüttende Unternehmen sind zum einem zum Einbehalt der Quellensteuer verpflichtet (i.d.R. haften sie sogar für die Abführung an das Finanzamt), zum anderen obliegt ihnen die Ausstellung von Steuerbe­scheinigungen. Diese Steuerbescheinigungen sind von besonderer Bedeutung, wenn die Quellensteuer nicht als eine definitive Abgeltungsteuer konzipiert ist, sondern einzelne Steuerzahler von der Besteuerung verschont werden und eine Erstattung erhalten.

Für Investoren bot sich zwischen 1999 und 2012 durch den (Leer-)Verkauf deutscher Aktien kurz vor deren Dividendenstichtag aufgrund der administrativen Ausgestaltung des damaligen Abzugsverfahrens für die Kapitalertragsteuer die Möglichkeit, erhebliche Gewinne zu erzielen. Durch eine Unstimmigkeit im Erhebungsverfahren wurden für die beschriebenen Geschäfte Steuerbescheinigungen durch Banken ausgestellt, obgleich keine Kapitalertragsteuerzahlung erfolgt war. Durch ein Ausnutzen dieser Schwachstelle im damaligen Abzugsverfahren war es für Investoren prinzipiell möglich, durch (Leer-)Verkäufe erhebliche Gewinne zu erzielen. Der Gewinn solcher Geschäfte bestand letztlich in einer eigentlich ungerechtfertigten Erstattung der Kapitalertragsteuer. Das Ausmaß der Erstattungen im Rahmen dieser sogenannten „Cum-Ex-Geschäfte“ ist bis dato unbekannt.

Die systematische Analyse des deutschen Aktienmarktes während des relevanten Zeitraums zeigt deutliche Effekte der Cum-Ex-Geschäfte auf die Kursverläufe sowie die Handelsvolumen deutscher Aktien um den Dividendenstichtag. 

Aktuelles

Jahrestagung 2017

Die zweite Jahrestagung der Stiftung Prof. Dr. oec. Westerfelhaus findet am 15. Mai 2017 im Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZIF) der Universität Bielefeld statt.
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Bericht zur Jahrestagung 2016

Die 1. Jahrestagung der Stiftung Prof. Dr. oec. Westerfelhaus fand am 5. Februar 2016 im Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZIF) der Universität Bielefeld statt.
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Jahrestagung 2016

Die 1. Jahrestagung der Stiftung Prof. Dr. oec. Westerfelhaus findet am Freitag den 05.02.2016 im Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZIF) der Universität Bielefeld statt.
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Stiftung Prof. Dr. oec. Westerfelhaus fördert interdisziplinäre Forschung von Wirtschaftswissenschaften & Steuerrecht

Am Freitag, 22.05.2015, nahm die „Stiftung Prof. Dr. oec. Westerfelhaus“ in den Räumen der Bielfelder Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungssozietät Prof. Dr. Westerfelhaus, Sandleben und Partner GbR mit der Übergabe der Anerkennungsurkunde durch die Regierungspräsidentin Frau Marianne Thomann-Stahl und den konstituierenden Sitzungen und Bestellungen der Organe ihre Arbeit auf.
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