Hintergrundbild
Navigation

N6 -Steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung

Antragsteller

Prof. Dr. Wolfram Scheffler 
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Institute for Finance, Auditing, Controlling, Taxation
Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Steuerlehre

Projektstatus

aktuell

Zeitraum 

2016-2017

Förderstandort

Nürnberg

Projektbeschreibung

In Deutschland besteht für Forschung und Entwicklung keine spezielle steuerliche Förderung. Da in vielen anderen Staaten in unterschiedlicher Form für Forschung und Entwicklung steuerliche Fördermaßnahmen vorgesehen sind, wird häufig von Unternehmen, Verbänden und Vertretern der Wissenschaft die Forderung erhoben, dass in Deutschland gleichfalls eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung eingeführt werden soll. Ansonsten würde die Gefahr bestehen, dass Unternehmen ihre Forschung und Entwicklung ins Ausland verlagern. Durch eine Förderung kann die Attraktivität des Forschungsstandorts Deutschland erhalten beziehungsweise verbessert werden. Unternehmen können ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ausbauen oder in risikoreicheren Bereichen forschen und entwickeln.

Für eine Förderung von Forschung und Entwicklung stehen dem Staat direkte Förderungen (Projektförderung) und indirekte Fördermaßnahmen (steuerliche Förderung) zur Verfügung. Bei den steuerlichen Förderungen bestehen nebeneinander input- und output-orientierte Instrumente. Eine input-orientierte Förderung wird bereits während der Forschungsphase gewährt, eine output-orientierte Förderung erst während der Verwertungsphase der Forschungs- und Entwicklungsergebnisse. Unter die input-orientierten Förderungen fallen ein erhöhter Betriebsausgabenabzug sowie ein Tax Credit (eine Förderzulage). Beim erhöhten Betriebsausgabenabzug dürfen mehr Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen gewinnmindernd abgezogen werden, als tatsächlich anfallen. Ein Tax Credit (eine Förderzulage) zeichnet sich durch eine Gutschrift in Höhe eines bestimmten Prozentsatzes der angefallenen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen aus. Die output-orientierte Förderung in Form von Patenboxen führt zu einer ermäßigten Besteuerung von Erträgen.

Im Projekt soll im ersten Schritt analysiert werden, ob mit Hilfe eines vignettenbasierten Experiments der Einfluss unterschiedlich ausgestalteter steuerlicher Fördermaßnahmen für Forschung und Entwicklung auf die Investitionsentscheidung untersucht werden kann. Die quantitative Forschung hat bisher Handlungsempfehlungen vor allem aus modelltheoretischen Untersuchungen abgeleitet. Dabei wurden insbesondere die finanziellen Auswirkungen der einzelnen Förderinstrumente untersucht. Bei diesen rechnerischen Analysen wurde zwar die Ungewissheit über den Erfolg von Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit einbezogen. Allerdings blieben nur schwer quantifizierbare Elemente, wie psychologische Faktoren, Motive sowie Einstellungen der Investoren nicht berücksichtigt. Aufbauend auf den eigenen quantitativen Vorarbeiten sollen diese qualitativen Faktoren in dem von der Westerfelhaus-Stiftung geförderten Projekt mit einbezogen werden.

Es soll untersucht werden, ob sich vignettenbasierte Experimente als modelltheoretischer Ansatz eignen. Bisher finden vignettenbasierte Experimente vor allem in der sozialwissenschaftlichen Forschung Anwendung. Bei einem vignettenbasierten Experiment erhalten die Befragten eine oder mehrere relativ detaillierte Beschreibungen hypothetischer Situationen (Vignetten) zur Beurteilung vorgelegt. Die Befragten werden zum Beispiel aufgefordert, sich in die beschriebene Situation hineinzuversetzen und darauf basierend eine Entscheidung zu treffen. Die Antworten der Befragten geben Auskunft über die Wirkung verschiedener Anreize, das Entscheidungsverhalten sowie die zugrundeliegenden Motive und Einstellungen. Im zweiten Schritt soll in einem vignettenbasierten Experiment untersucht werden, welche steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung zu weiteren Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte führt. Dazu sollen Experten aus dem Bereich Steuern sowie Forschung und Entwicklung befragt werden. Aus diesen Untersuchungen sollen Handlungsempfehlungen für die Ausgestaltung einer Förderung von Forschung und Entwicklung in Deutschland abgeleitet werden. 

Aktuelles

Jahrestagung 2017

Die zweite Jahrestagung der Stiftung Prof. Dr. oec. Westerfelhaus findet am 15. Mai 2017 im Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZIF) der Universität Bielefeld statt.
Weiter...

Bericht zur Jahrestagung 2016

Die 1. Jahrestagung der Stiftung Prof. Dr. oec. Westerfelhaus fand am 5. Februar 2016 im Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZIF) der Universität Bielefeld statt.
Weiter...

Jahrestagung 2016

Die 1. Jahrestagung der Stiftung Prof. Dr. oec. Westerfelhaus findet am Freitag den 05.02.2016 im Zentrum für Interdisziplinäre Forschung (ZIF) der Universität Bielefeld statt.
Weiter...

Stiftung Prof. Dr. oec. Westerfelhaus fördert interdisziplinäre Forschung von Wirtschaftswissenschaften & Steuerrecht

Am Freitag, 22.05.2015, nahm die „Stiftung Prof. Dr. oec. Westerfelhaus“ in den Räumen der Bielfelder Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungssozietät Prof. Dr. Westerfelhaus, Sandleben und Partner GbR mit der Übergabe der Anerkennungsurkunde durch die Regierungspräsidentin Frau Marianne Thomann-Stahl und den konstituierenden Sitzungen und Bestellungen der Organe ihre Arbeit auf.
Weiter...