Extrafunktionale Qualifikationen
Extrafunktionale
Qualifikationen sind unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt: prozessunabhängige Qualifikationen, innovatorische Qualifikationen, Schlüsselqualifikationen. Bei fast allen Konzepten haben diese speziellen Qualifikationen keinen unmittelbaren Bezug zu bestimmten Positionen (anders: Polyvalenzqualifikation), gelten aber dennoch als wichtig für die Bewältigung unvorhergesehener Änderungen und die aktive Auseinandersetzung mit Aufgaben. Sie werden in bestimmten Positionen erlernt, als sog. Transferqualifikationen, sind sie aber auch auf andere, u. U. höherwertige Positionen übertragbar. Sie stehen für die Besetzung eines breiten Positionsspektrums und bilden zudem die Basis für den Erwerb von speziellen Fachqualifikationen. Von Bedeutung sind sie, weil sie a) die betrieblichen Risiken bei Anpassungs- und Innovationsprozessen verringern, b) dem Problem der schwierigen Anforderungsprognose (
Arbeitsforschung) und der resultierenden, nicht rechtzeitigen exakten Qualifikationsentwicklung vorbeugen sowie c) eine Basis zum Erwerb von speziellen Fachqualifikationen bilden. Eine betriebsspezifische Definition ist wegen der Raum-Zeit-Abhängigkeit sinnvoll. Es sind verschiedene Versuche der Aufschlüsselung dieser Qualifikationen gemacht worden, z. B.: Lern-, Kooperations- und Informationsverarbeitungsfähigkeit, Denken in fachübergreifenden Zusammenhängen, analytisches und dispositives Denken. Siehe als Beispiel die Abb. E-9
Abb. E-9: Extrafunktionale Qualifikationen (Mertens)
Lit.: Mertens 1974, Minnameier 1997



