Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

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Potenzialbeurteilung

(„potential assessment/analysis“)

Die Potenzialbeurteilung (oft synonym: Qualifikationsprognose, Entwicklungs-, Eignungs-, Karrierebeurteilung) ist eine spezielle Form der Personalbeurteilung. Sie stellt im Gegensatz zur Leistungsbeurteilung den Zukunftsaspekt der Qualifikation in den Vordergrund; ihr Objekt ist das Qualifikationspotenzial. Von der inhaltlich ähnlichen Personalauswahl wird sie zumeist abgegrenzt, weil ihr genaue Informationen über den zu Beurteilenden zur Verfügung stehen (können). Unter der Potenzialbeurteilung ist letztendlich der planmäßige Versuch zu verstehen, für einzelne Mitarbeiter durch die Erfassung a) der einzelnen realisierten und b) der aktuell vorhandenen, aber noch nicht realisierten Qualifikationsmerkmale sowie c) deren jeweilige Entwicklungschancen systematisch und regelmäßig die Frage zu beantworten, inwieweit sie - unter Berücksichtigung von bestimmten Qualifizierungsmaßnahmen - in der Lage sein werden, prognostizierten (Arbeits-) Anforderungen in der Zukunft zu genügen. Im Ergebnis handelt es sich bei der Potenzialbeurteilung um eine Prognose über relative Eignungsaussagen (s. Eignung), d. h. prognostizierte Anforderungen bestimmter Aufgaben werden auf prognostizierte Qualifikationen von Mitarbeitern bezogen. Eine sequentielle Potenzialbeurteilung bezieht sich dabei auf die nächste hierarchische Stufe. Eine absolute Potenzialbeurteilung erfasst alle Einsatzmöglichkeiten für mehrere Jahre. Sie ergibt dann ein prognostisches Bewegungsprofil für die Mitarbeiter, mit einer bestimmten qualifikationsgemäßen Aufeinanderfolge der Positionen. Als Verfahren werden in der betrieblichen Praxis v. a. eingesetzt: diagnoseorientierte Verfahren, biographische Verfahren, Assessment Center, psychologische Tests. S. auch Abb. P-19.

Abb. P-19: Verfahren zur Potenzialbeurteilung

Lit.: Becker, F. G. 1991,1992, Touet 1997, Berthel 2000