Qualifikationspotenzial
Das Qualifikationspotenzial (oft synonym: latente oder potenzielle
Qualifikationen, Leistungs-, Eignungs-, Fähigkeitspotenzial) betrifft das potenzielle Arbeitsvermögen einer Person im Sinne von realisierbaren individuellen Leistungsvoraussetzungen. Es steht für jene Qualifikationsmerkmale, die auf Basis der jeweils aktuell gegebenen Qualifikation im Zeitablauf in ihrer Ausprägung beibehalten werden oder sich verändern können. Unterscheiden kann man wie in Abb. Q-1 dargestellt:
Abb. Q-1: Differenzierung des Qualifikationspotenzials
Das aktuelle Qualifikationspotenzial setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:
- Zum einen existiert das aktuell eingesetzte Qualifikationspotenzial. Dieses bezieht sich auf all die Qualifikationsmerkmale, die Mitarbeiter in ihrer aktuellen Position realisieren (realisiertes Arbeitsvermögen).
- Das aktuell-latente Qualifikationspotenzial steht zum anderen für vorhandene Qualifikationsmerkmale, die aktivierbar sind, aktuell in der Position aber nicht eingesetzt werden (latentes, sofort realisierbares Arbeitsvermögen). Das latente zukünftige bzw. potenzielle Qualifikationspotenzial bezieht sich darüber hinaus auf die Qualifikationsmerkmale, die von einer Person nicht aktuell realisierbar sind, aber von denen man annimmt, dass sie im Zeitablauf nach entsprechender Selbstentwicklung und/oder
Personalentwicklung aktualisiert werden können (latentes, später realisierbares Arbeitsvermögen). In manchen Publikationen wird nur das latente Arbeitsvermögen als Qualifikationspotenzial bezeichnet.
Lit.: Becker, F. G. 1991, 1992



