Fakultät für Wirtschaftswissenschaften

Volkswirtschaftslehre

 
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Agentenbasiertes Simulationsmodell zur Analyse der Diffusion elektromobiler Fahrzeuge und deren Wertschöpfungskette

Umweltpolitische und geostrategische Überlegungen motivieren zur Abkehr vom herkömmlichen Verbrennungsmotor. Die Elektromobilität birgt die Möglichkeit, langfristig sowohl den von der EU formulierten Abgasnormen zu entsprechen, als auch der fortschreitenden Verknappung fossiler Brennstoffe zu begegnen. Als problematisch wird jedoch der langwierige und unsichere Umstellungsprozess der Automobilindustrie angesehen, die un- bzw. mittelbar rund ein Drittel der deutschen Arbeitnehmer beschäftigt.


In Kooperation mit der Fraunhofer Gesellschaft arbeitet der Lehrstuhl für Wirtschaftstheorie und Computational Economics der Universität Bielefeld am Aufbau eines agenten-basierten Simulationsmodells zur Untersuchung des angesprochenen Umstellungsprozesses. Das Simulationsmodell soll Auswirkungen, Dynamiken und Strategien für die Begegnung des erwartungsgemäß disruptiven Wandels der Automobilindustrie auf ihren Weg zu einer elektrifizierten Mobilität aufdecken. Es werden einerseits politische Entscheidungsträger angesprochen, die Kenntnisse über Vor- und Nachteile verschiedener Förderinstrumente für eine erfolgreiche Implementierung der Elektromobilität bedürfen. Andererseits sollen Automobilherstellern, sowie die Zulieferindustrie, ein Analyseinstrument erhalten, das die Bestimmung neuer, erfolgsversprechender Geschäftsfelder innerhalb der Wertschöpfungskette "Elektroauto" ermöglicht.


Untersuchungsgegenstand ist die Wettbewerbsfähigkeit von Fahrzeugtechnologien unter verschiedenen infrastrukturellen und politischen Rahmenbedingungen. Die Dynamik des betrachteten Marktes entsteht durch stetige Ersatzkäufe für alternde Fahrzeuge durch heterogene Konsumenten. Neben ökonomischen und technischen Eigenschaften der Fahrzeugtechnologien sind lokaler Informationsfluss in regionalen Strukturen treibender Faktor der Kaufentscheidung der Konsumenten.
Neben der Analyse der Nachfrageseite ist die mehrstufige Wertschöpfungskette der Automobilindustrie Gegenstand der Untersuchung. In konvergierenden Produktionssystemen werden auf durchgängigen Produktionsstufen hergestellte Einzelteile in aufeinanderfolgenden Montageprozessen zu Fahrzeugtechnologien zusammengebaut. Untersucht werden die Auswirkung des Wettbewerbs der Fahrzeugtechnologien auf die Nachfrage der einzelnen Produktionsstufen. Darüberhinaus stehen die Auswirkungen der Dynamik der Nachfrage der verschiedenen Ebenen der Wertschöpfungskette auf die Preise der Fahrzeugtechnologien letzterer im Fokus der Analyse.